Schaf- und Ziegenzuchtverband Kärnten

Kärntner Brillenschaf - Züchtertag 2018

 

„Ruhig bleiben“ und die jahrhundertealten Wurzeln und Traditionen erhalten, steht im Leitbild der Region Villgratental geschrieben, die wohl zu den ursprünglichsten Natur- und Kulturlandschaften der Alpen zählt. Diese einzigartige Gebirgsregion war das Ziel des Kärntner Brillenschaf Züchtertages am 7. April. Bei Kaiserwetter folgten weit über 100 Teilnehmer aus den verschiedenen Bundesländern, Südtirol und Bayern der Einladung der verantwortlichen Organisation für das Kärntner Brillenschaf, dem Schaf- und Ziegenzuchtverband Kärnten, nach Osttirol. Die Begrüßung erfolgte durch den Bürgermeister der Gemeinde Ausservillgraten, Josef Mair, der die Einzigartigkeit des Tales darstellte und den Besuchern Lust darauf machte, als Urlauber ins Villgratental zurückzukehren. Im Anschluss daran gab der ansässige Ortsbauernobmann, Thaddäus Leiter, einen interessanten Einblick in die bäuerlichen Strukturen in der Region. Da sich der Schwerpunkt des diesjährigen Züchtertages auf das Thema Wolle konzentrierte, boten sich die Räumlichkeiten der „Villgrater Natur“, wo seit über drei Jahrzehnten Schafwolle zu vielfältigsten Produkten verarbeitet wird, als Tagungsort an. Die Besucher des Züchtertages konnten die Verbundenheit spüren, mit der sich das Unternehmen für die Regionalität der Produkte und die vielfältigen Einsatzbereiche der Erzeugnisse einsetzt. Mit wieviel Engagement Hausherr Josef Schett bei der Sache ist, durfte man bei der Betriebsbesichtigung der „Villgrater Natur“, auf dem „Weg der Wolle“, miterleben. Gespannt war man auch auf die Vorstellung des artverwandten „Villnösser Brillenschafes“ aus Südtirol, welches in der Vermarktung ganz besondere Wege eingeschlagen hat. Südtiroler Spitzenköche haben sich der Rasse angenommen und präsentieren in organisierten Lammwochen Spezialitäten dieser alten Rasse. Bartholomäus Gebhard als Züchtervertreter und Stefan Martha vom Zuchtverband in Bozen gaben einen interessanten Überblick über das Zuchtgeschehen in Südtirol. Vereinbart wurde im Zuge dessen eine intensivere Zusammenarbeit beider Rassen, zudem wird eine zukünftige Austragung eines internationalen Züchtertages in Südtirol angestrebt. Der zuständige Referent für die Kärntner Brillenschafe, Eduard Penker von der Landwirtschaftskammer Kärnten,  gab in seinem Fachvortrag einen weitläufigen Überblick über die aktuellsten Entwicklungen im Zucht- und Förderbereich. Die Faszination „Wolle“ hat auch die Kärntner Brillenschafzüchter im Villgratental inspiriert, die im Rahmen des Züchtertages ihre innovativen Produktentwicklungen dazu vorstellten. Familie Fürhapter vom Feichtlhof - einem Bauernhof, der bereits eine bewegte Geschichte von knapp 600 Jahren aufweisen kann und auf 1700 m Seehöhe thront - gehört wohl zu den ursprünglichsten Kärntner Brillenschafzuchtbetrieben Österreichs. Faszinierend und sichtlich beeindruckend für alle Beteiligten war, unter welchen außergewöhnlichen Bedingungen hier Landwirtschaft betrieben wird. Eine nicht alltägliche Fahrt auf engen Bergstraßen mit Panoramablick, führte die Teilnehmer ans Ende des Winkeltals, einem Villgrater Seitental. Dort öffnete Züchter Gerhard Bachlechner für die Besucher sowohl seine Stalltüren, als auch die „Reiterstube“. Hier erleben seine Kärntner Brillenschafe täglich „Urlaubsfeeling“ in den Osttiroler Bergen. Intensive Fachgespräche über die Wirtschaftsweisen der Betriebe und deren Vermarktung sowie kulinarische Leckerbissen vom Lamm, rundeten den Züchtertag ab. Ein großer Dank gebührt den engagierten Organisatoren vor Ort. Die Teilnehmer waren begeistert und nahmen viele positive Eindrücke vom Kärntner Brillenschaf-Züchtertag mit.